Seit 1920

Unsere Geschichte

Aus neun jungen Männern wurde eine Gemeinschaft, die Generationen verbindet.

Historische Aufnahme des Tambourcorps Wesel-Feldmark

Vom ersten Takt bis heute

Aus einer Idee von neun jungen Männern wurde eine Gemeinschaft für Generationen.

Seit dem 15. Mai 1920 gehört das Tambourcorps fest zur Weseler Feldmark. Seine Geschichte erzählt von musikalischer Begeisterung, Neubeginn, Freundschaft und der Bereitschaft, Verantwortung immer wieder an die nächste Generation weiterzugeben.

Viele Namen, Erinnerungen und Traditionen begleiten das Corps bis heute. Diese Chronik zeichnet die wichtigsten Stationen nach – von den Anfängen als musikalische Abteilung des Schützenvereins über den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur modernen Jugend- und Vereinsarbeit.

15. Mai 1920Gründungstag
9Gründungsmitglieder
100+ JahreMusik in der Feldmark
1920

Kapitel 01

Neun Gründer und eine gemeinsame Idee

Am 15. Mai 1920 beschlossen Hermann, Hugo und Wilhelm Kettner, Fritz Buschhold, Heinrich Neuhaus, Heinrich Beeking, Franz Beuting, Emil Vondermann und Heinrich Artz, dass der Schützenverein eine eigene musikalische Abteilung erhalten sollte. Damit war das Tambourcorps Wesel-Feldmark „vor'm Clever Tor“ gegründet.

Unter dem ersten Corpsführer Hermann Kettner entwickelte sich die junge Gemeinschaft stetig weiter. Durch ihr musikalisches Können wurde sie schon bald über die Grenzen Wesels hinaus bekannt und zu einem festen Bestandteil des Schützenvereins.

Historische Aufnahme – Neun Gründer und eine gemeinsame Idee
Zeitungsaufnahme des Tambourcorps aus den frühen Jahren
1948

Kapitel 02

Wiederaufbau nach dem Krieg

Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch im Tambourcorps tiefe Spuren. Kameraden kehrten versehrt zurück, andere kamen nicht mehr nach Hause. 1948 rief Heinrich Neuhaus die Heimgekehrten zusammen und gab damit den Anstoß für einen Neubeginn.

Instrumente und Uniformen mussten neu beschafft werden. In Erinnerung blieb besonders die Beschaffung eines englischen Tambourstabs durch Heinrich Neuhaus. Dieses Stück Vereinsgeschichte wird bis heute in Ehren gehalten.

Historische Aufnahme – Wiederaufbau nach dem Krieg
Das Corps in der Zeit des Wiederaufbaus
1950–1969

Kapitel 03

Erfolge, Familien und Beständigkeit

Ab 1950 führte Johannes Kettner den Wiederaufbau fort. Bei Wettstreiten erspielte sich das Corps zahlreiche Pokale. Die Erfolge freuten auch den Marschkönig Hermann Ludwig Blankenburg und den bekannten Ausbilder „Pickel“ Spaltmann.

Getragen wurde das Vereinsleben in dieser Zeit besonders von den Familien Kleinübbing, Maas und Kettner. 1969 übergab Johannes Kettner die Stabsführung an Hans Groos. Für seine Verdienste um die Außendarstellung erhielt Kettner den goldenen Ehrenring des Schützenvereins.

Historische Aufnahme – Erfolge, Familien und Beständigkeit
Das Tambourcorps im Jahr 1958
1973–1974

Kapitel 04

Die Jugend wird Teil des Corps

Hans Groos stellte wichtige Weichen für die Zukunft: Ab 1973 konnten auch Jugendliche dem Tambourcorps beitreten und das gemeinsame Musizieren erlernen.

Schon 1974 trat das Corps mit einer stattlichen Zahl junger Spielleute auf. Damit begann eine Jugendarbeit, die bis heute zu den tragenden Säulen des Vereins gehört.

Historische Aufnahme – Die Jugend wird Teil des Corps
Das Corps in der Weseler Fußgängerzone, Mitte der 1970er-Jahre
1993

Kapitel 05

Der Stab geht in jüngere Hände

Nach zwei Jahrzehnten endete 1993 die Amtszeit von Hans Groos. Auf eine kurze Amtszeit von Alfred Kettner folgte im Herbst desselben Jahres Rolf Lüttig an der Spitze des Corps.

Er führte die Arbeit seiner Vorgänger fort und vertiefte zahlreiche Kontakte zu Vereinen aus der Umgebung. Aus gemeinsamen Auftritten und gegenseitigen Schützenfestbesuchen entstanden langjährige kameradschaftliche Verbindungen.

Historische Aufnahme – Der Stab geht in jüngere Hände
Musikalische Erfahrung wird an die nächste Generation weitergegeben
1997

Kapitel 06

Frauen werden aktive Mitglieder

1997 beschloss das Tambourcorps, künftig auch weibliche Mitglieder aufzunehmen. Was zunächst von einzelnen Kameraden skeptisch betrachtet wurde, erwies sich schnell als richtige und wegweisende Entscheidung.

Simone Kleinübbing wurde die erste aktive Spielfrau des Corps. Seitdem ist die gemeinsame musikalische Arbeit von Frauen und Männern selbstverständlich.

2016

Kapitel 07

Verantwortung für die nächste Generation

2016 übergab Rolf Lüttig den ersten Vorsitz an Stefan Schapfeld. Erstmals wurden damit der erste Vorsitz und die Funktion des ersten Bataillöners getrennt. Gleichzeitig wurden Dirk Struyken und Fabian Schapfeld schrittweise an Aufgaben der musikalischen Leitung herangeführt.

Im selben Jahr beschloss der Vorstand, dass die Jugendlichen eine eigene Jugendvertretung wählen. Sie hält engen Kontakt zum Vorstand, vertritt die Interessen der Kinder und Jugendlichen und erhält früh Einblick in die Vereinsarbeit.

Historische Aufnahme – Verantwortung für die nächste Generation
Junge Mitglieder übernehmen Verantwortung im Corps
Heute

Kapitel 08

Tradition bleibt in Bewegung

Die Jugend gestaltet das Vereinsleben aktiv mit. Weihnachtskonzerte für die Seniorenweihnachtsfeier im Tannenhäuschen, gemeinsame Jugendfahrten und viele eigene Ideen zeigen, wie lebendig die Gemeinschaft ist.

Jung und Alt lernen voneinander: Erfahrung wird weitergegeben, neue Impulse werden aufgenommen und Aufgaben gemeinsam getragen. So bleibt die mehr als hundertjährige Geschichte nicht nur Erinnerung, sondern wird bei jeder Probe und jedem Auftritt fortgeschrieben.

Historische Aufnahme – Tradition bleibt in Bewegung
Gemeinschaft und Jugendarbeit gehören fest zur Zukunft des Vereins

Was über Jahrzehnte gewachsen ist

Verbindungen, die bis heute tragen.

Traditionscorps

Bürgerschützen „vor'm Brüner Tor“

Seit der Gründung des Bürgerschützenvereins „vor'm Brüner Tor“ im Jahr 1922 spielt das Tambourcorps dort als Traditionscorps auf. Aus dieser langen Geschichte sind viele persönliche und kameradschaftliche Bindungen entstanden.

Freundschaft

Jungschützenzug Dr. August Gessel

Der Kontakt zum Jungschützenzug der Bürgerschützen zu Wesel entwickelte sich zu einer besonderen Freundschaft. Gemeinsame Vatertagstouren, Kameradschaftsabende und immer neue junge Mitglieder halten sie lebendig.

Engagement

Martinszug der Schule am Ring

Seit den 1970er-Jahren begleitet das Corps den Martinszug der damaligen Schule in Bergerfurth. Auch nach Umzug und Umbenennung zur „Schule am Ring“ blieb der Termin ein fester Höhepunkt im Vereinskalender.

Zur Chronik

Historische Grundlage: Jubiläumsheft 2015 des Schützenvereins Wesel-Feldmark „vor'm Clever Tor“, ergänzt aus vereinseigenen Quellen und der bisherigen Vereinschronik.